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Reifen-Infos
Profiltiefe
Abgefahrene Reifenprofile werden mit Nässe,
Glätte oder Schneematsch nicht mehr fertig. Abnutzungsindikatoren in den
Längsrillen der Reifen alarmieren den Fahrer. Sie erscheinen dort als Querstege,
wenn das Profil auf 1,6 mm geschrumpft ist. Sie sollten aber nicht so lange
warten, sondern um der Sicherheit willen die Reifen Ihres Autos schon etwas
früher wechseln.
Bei Sommerreifen ist der Austausch
fällig, wenn das Profil bis auf 2 mm abgefahren ist. Bei Breitreifen sollten
3 mm als Untergrenze gelten.
Winterreifen verlieren ihre Haftkraft
auf schneebedeckter Fahrbahn schon bei 4 mm Restprofiltiefe. Sie sollten
spätestens dann ausgetauscht werden.

L uftdruck
Wenn Ihnen die Puste ausgeht, machen Sie
schlapp. Das gleiche gilt für die Reifen: Wenn der richtige Luftdruck fehlt,
geht der Kontakt zur Straße verloren. Die Lebensdauer des Reifens verringert
sich, denn die innere Zerstörung geht schneller voran. Außerdem nimmt der
Kraftstoffverbrauch zu. Man kann es deshalb gar nicht oft genug betonen: Schauen
Sie öfter nach Ihren Reifen und überprüfen Sie an der Tankstelle den Luftdruck.
Der richtige Luftdruck ist das A und 0.
Er steht in der Betriebsanleitung Ihres Autos. Denken Sie aber daran, dass er
je nach Auslastung, Geschwindigkeit und Reifentyp verschieden sein kann.
Fragen Sie im Zweifelsfall einen Fachmann.
Prüfen Sie regelmäßig alle drei bis
vier Wochen den Luftdruck. Dabei liegt die Betonung auf dem Wort
»regelmäßig«. Wenn man bereits deutlich sieht, dass Luft fehlt, hat man zu
lange gewartet. Der Luftdruck muss immer in kaltem Zustand der Reifen geprüft
werden - nach einer langen Fahrt mit hoher Geschwindigkeit wären die Angaben
nicht korrekt.
Schrauben Sie die Ventilkappen fest auf.
Ersetzen Sie die verlorengegangenen Kappen sofort, sonst werden die Ventile
leicht undicht. Überprüfen Sie Gummiventile auf Beschädigung am Ventilsitz.
Vergessen Sie das Reserverad nicht. Auch
hier muss der Luftdruck von Zeit zu Zeit geprüft werden, sonst gibt es bei einer
Panne eine ärgerliche Überraschung.
Grundsätzlich sollte man in den
Reservereifen ca. 0,5 bar mehr Luft einfüllen.
Zukunftsorientierte Alternative zum befüllen mit Luft
Eine alternative zum Luftbefüllen des Reifens ist die
Befüllung mit Stickstoff. Was sich utopisch anhört ist im Prinzip ganz einfach.
Die Sauerstoffmoleküle sind so klein das sie durch die Poren des Reifen nach
außen gelangen können und somit verliert der Reifen nach und nach an Luft. Wo
hingegen die Stickstoffmolekülle größer sind als die Poren des Reifens und somit
nicht nach außen dringen können. Die Folge ist das der Reifendruck immer
konstant bleibt.

Reifenschäden
Moderne Reifen sind zwar als
High-Tech-Produkte belastbar, aber sie sind natürlich nicht gegen im Gebrauch
zugefügte Beschädigungen gefeit (z.B. durch unsachgemäßes Überfahren von
Bordsteinkanten).
Es kommt dann leicht zu schleichendem
Luftverlust, zum Anrosten der Stahldrähte im Gürtel oder gar zum Ablösen der
Lauffläche. Und das ist - vor allem bei hohen Geschwindigkeiten -
überdurchschnittlich gefährlich.
Deshalb sollten Sie sich die Kleine Mühe
machen, Ihre Reifen von Zeit zu Zeit genau anzusehen oder durch einen Fachmann
ansehen zu lassen. Verdächtige Zeichen sind Schnitte, Risse, Beulen oder
heraus gebrochene Profilstücke. Natürlich auch eingedrungene Fremdkörper wie etwa
Nägel. Denken Sie bei der Kontrolle auch daran, dass der Reifen eine Innenseite
hat, die Sie selbst so gut wie nicht inspizieren können. Fragen Sie lieber den
Reifenfachmann, der Ihnen sagen kann, ob ein sofortiger Austausch notwendig ist
oder nicht. Sehr häufig kann man unregelmäßige Abnutzung der Laufflächen
beobachten. Das ist immer ein Alarmsignal. Die Ursachen dafür liegen meist beim
Fahrwerk oder bei der Lenkung. Aber auch die Bremsen oder eine Unwucht des Rades
können eine solche Erscheinung auslösen. Führen Sie Ihren Wagen in solchen
Fällen sofort einem Fachmann vor. Wird nämlich die Ursache nicht festgestellt
und behoben, sind auch die neuen Reifen schon bald wieder kaputt.
In unserer Werkstat bieten wir auch
in möglichen Fällen, die Reifenreparatur an. Sie sparen dadurch Geld und müssen
keinen neuen Reifen kaufen.
Reifenlagerung
Werden Reifen achtlos in irgendeiner Ecke
abgestellt, kann das ihr vorzeitiges »Aus« bedeuten. Richtig machen Sie es so:
Vor dem Abnehmen der Reifen die
Laufrichtung und die Position markieren:
VR = vorne rechts,
VL = vorne links,
HR = hinten rechts,
HL = hinten links.
Einen trockenen, kühlen und dunklen
Lagerraum wählen. Benzin, Öl, Fett oder Chemikalien sind Gift für die
Reifen.
Reifen auf Felgen liegend stapeln - am
besten auf einer flachen Holzpalette. Reifen ohne Felgen senkrecht stellen
und von Zeit zu Zeit drehen.

Reifenalter
Für jeden Reifen gilt: Seine Lebensdauer
ist nach etwa 10 Jahren zu Ende. Selbst wenn er noch tadellos aussieht oder kaum
benutzt wurde. Warum? Weil die Gummimischung mit der Zeit altert und damit einen
Teil ihrer Fähigkeiten verliert. Hohe Temperaturen und Sonnenlicht beschleunigen
den Alterungsprozess. Vor allem im Sommer in südlichen Ländern ist es deshalb
sinnvoll, die Reifen von länger abgestellten Autos und Caravans durch Abdecken
zu schützen. Nach schnellen Autobahnfahrten empfiehlt sich eine Wärmeprobe. Ist
der Reifen in Ordnung, wird er höchstens gut handwarm sein. Fühlt er sich
dagegen überhitzt an, müssen Sie unbedingt den Grund dafür feststellen. Entweder
ist hier der Luftdruck zu niedrig, oder eine schleichende Zerstörung von Gürtel
und Unterbau kündigt sich an. Machen Sie sich folgendes zur Regel.
Reifen über 10 Jahre nur benutzen, wenn
sie vorher ununterbrochen im Einsatz waren.
Reifen für Wohnwagen und nicht dauernd
benutzte Reifen nach 6 bis 8 Jahren ersetzen.
Reservereifen älter als 6 Jahre nur noch
im Notfall verwenden.

Reifenkennzeichnung
Um beim Reifenwechsel sicher zu gehen,
sollten Sie wissen, was die geheimnisvollen Zahlen an der Flanke bedeuten.
Doch zunächst einmal: Welche Reifen
überhaupt an Ihrem Auto verwendet werden dürfen, entnehmen Sie Ihrem
Fahrzeugschein, Ziffer 20 bis23 (eventuelle Zusatzerläuterungen unter Ziffer
33). Sofern die Maße und die Bauart der Reifen mit diesen Vorgaben
übereinstimmen, sind auch Reifen einer höheren Geschwindigkeits- oder
Tragfähigkeitsklasse erlaubt.
Hier ein Beispiel für die Bezeichnung von
Reifen nach der neuen Europa-Norm:
195/65 R 14 89 H 106.
Die einzelnen Zahlen bedeuten:
195: Das ist die Breite des Reifens in
mm.
65: Das Höhen-/Breitenverhältnis des
Reifens.
R: Die Bauart »Radialreifen«.
14: Der Felgendurchmesser in Zoll.
89: Die Tragfähigkeit »weitsichtig«
(hier 580 kg).
H: Die Geschwindigkeitsklasse (hier bis
210 km).
106: Das Herstellungsdatum (hier die
10. Woche des Jahres 1996). Das Datum kann auch gelegentlich an anderer
Stelle stehen.
Allerdings nach der alten, bis Ende 1989
gültigen Norm hätte bei dem beschriebenen Reifen die Kennzeichnung195/65 HR 14
ausgereicht. Um Sie vor einer weiteren Komplizierung und Verwirrung zu
bewahren:- Mit dem Übergang von »alt« auf »neu« ändern sich auch die
Reifenangaben in den Fahrzeugpapieren. Fragen Sie also vorsichtshalber Ihren
Fachhändler oder den TÜV, wenn Sie bei einem Reifenwechsel oder dem Umsteigen
auf einen anderen Reifentyp Zweifel haben. Auch hier wieder drei grundsätzliche
Empfehlungen:
Beim Reifenwechsel ist es immer
richtig, den gesamten Satz auszutauschen.
Von einem Mix verschiedener
Reifenprofile ist dringend abzuraten. Es kann sich dadurch ein
unberechenbares Fahrverhalten ergeben. Ebenso sollten nicht Reifen mit
unterschiedlichen Profiltiefen an der gleichen Achse montiert werden.
Mix verschiedener Bauarten (Diagonal
und Gürtel) ist verboten !
Winterreifen
Wer in der kalten Jahreszeit bei jedem
Wetter gut durchkommen will, sollte auf M+S-Reifen umsteigen. Besonders im
Vergleich zu Hochgeschwindigkeits-Reifen und Sommer-Breitreifen bringen sie
weitaus mehr Sicherheit auf Schnee und Eis. Für die Montage der Winterreifen
sind folgende Regeln wichtig:
Montieren Sie M+S-Reifen auf alle Räder und
nicht nur auf eine Achse. Sie erleichtern sich das Leben, wenn Sie vier
komplette Räder, also Felgen plus Reifen kaufen; das Aufziehen, Abnehmen und
Lagern wird entscheidend vereinfacht.
Nach jeder Montage müssen die Räder neu
ausgewuchtet werden.
Wenn die Höchstgeschwindigkeit Ihrer
Winterreifen unter der Höchstgeschwindigkeit Ihres Autos liegt, brauchen Sie
einen Aufkleber im Blickfeld, damit Sie daran denken.
Den richtigen Luftdruck für Winterreifen
finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs. Ansonsten ist ein um 0,2
bar erhöhter Luftdruck zu verwenden.
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